Tag 45 - Holi in the office

Happy Holi
Da komme ich ganz unbekümmert ins Büro und fange an meinen Kram herzurichten, Laptop aufstellen, anschließen und und und. Da kommen ganz schüchtern zwei Kolleginnen herein und sagen mir, sie würden gerne Holi mit mir feiern. Darauf werde ich ganz vorsichtig mit ein wenig Farbe im Gesicht markiert und mir wird freudig ein "Happy Holi" gewünscht. Zusätzlich bekam ich noch einen süßen Pfannkuchen, der typischerweise zu Holi gemacht wird. Die Beiden erklärten sie kämen aus dem Norden und würden zumindest versuchen ein wenig Holi zu feiern, da dieses farbenfrohe Fest im Süden Indiens so gut wie gar nicht gefeiert wird.

Als die Beiden dann wieder zurück zu ihren Kollegen gegangen sind, hörte ich nur lautes Geschnatter und Gekicher aus der Ecke. Konnte mir schon vorstellen, wie sie ungläubig gefragt wurden, ob sie wirklich den Deutschen angemalt hätten.
Kurz darauf kam dann Christopher, ein indischer Kollege aus dem SharePoint Team, und sagte er wolle auch Holi mit mir feiern und hat mir dann mal einen richtigen Anstrich verpasst. Danach sah ich dann in etwa so aus wie auf den Bildern, nur mit dem Unterschied, daß um mich herum auch alles voller Farbe war.

Im Laufe des Tages bin ich dann, zu meiner großen Freude, zu einer Hochzeit in Bhadrachalam eingeladen worden. Der beste Freund eines Kollegen (Leela Vinod) heiratet und hat Leela gefragt, ob ich nicht dabei sein wolle. Das ist mir natürlich eine große Ehre und Leela nutzt die Tage, um mir seine Heimat im nördlich von Tamil Nadu liegenden Bundesstaat Andhra Pradesh zu zeigen. Als Orientierungshilfe hier mal ein kleiner Kartenausschnitt von Indien. Chennai im Süden und die rote Markierung zeigt Bhadrachalam.


Am Freitag ist die Hochzeit und am Samstag gehen wir auf eine Zwei-Tages-Tour auf dem Fluss Godavari.
Der Godavari ist einer der Hauptwasserwege des Indischen Subkontinents, nach dem Ganges und Indus und gilt ebenfalls als heilig. Er fließt nördlich des Krishna in West-Ost-Richtung quer durch den Subkontinent.
Der Fluss ist 1.465 km lang. Er entspringt in Trimbakeshwar, in der Nähe von Nashik und Mumbai in Maharashtra, 80 km vom Arabischen Meer entfernt. Der Godavari fließt durch den Süden Zentralindiens in Andhra Pradesh, und mündet in den Golf von Bengalen. Bei Rajamandri, 80 km vor der Küste, spaltet sich der Fluss in zwei Teile. An dieser Stelle beginnt sein Delta. Wie bei vielen anderen Flüssen Indiens, sind auch die Ufer des Godavari Ziel vieler Pilger. Die Hauptpilgerorte sind Nashik, Trimbak und Bhadrachalam. (Quelle wikipedia.de)
Na da binn ich ja mehr als gespannt. Die Bilder, welche mir Leela von der Region gezeigt hat, versprechen landschaftlich so einiges.

Cu soon,
Hermann

Tag-44 - Kanchipuram

Heute Morgen galt es um sieben Uhr abfahrbereit zu sein. Das habe ich auch fast geschafft und so konnte es dann um 7:15 Uhr los gehen Richtung Kanchipuram. Wochenende also auf zum Tempel anschauen und Tourist spielen. Bewaffnet mit DLSR und kleiner schneller Knipse ging es auf die Pirsch. Nach einer Fahrt von 80km und knapp zwei Stunden später waren wir am ersten Ziel.
Dem Tempel Ekambaresvara in Kanchipuram. Der Tempel stammt aus dem 15ten Jahrhundert und ist schon monumental, man kann auch eher von einer Tempelanlage sprechen.
Kanchipuram, eine der ältesten Städte Südindiens, zählt zu den sieben heiligen Orten des Hinduismus. So berichtete uns ein Brama Priester im Laufe des Tages, davon liegt nur eine (Kanchipuram) Stadt im Süden, alle anderen Städte liegen im Norden.

Ekambaresvara

Ekambaresvara

Ekambaresvara

Ekambaresvara

Ekambaresvara

die neuen drei Heiligen

Tief unter dem See ist eine Statue aus Teak von Shiva

hier durften wir als Nicht-Hindu nicht rein





























Und dann ging es weiter zum Kailasanatha-Tempel. Der älteste aller noch erhaltenen Tempel, der überwiegend aus Sandstein besteht, wurde gegen Ende des 7. Jahrhunderts zu Ehren von Shiva errichtet. Die verrückten Briten haben große Teile mit Stuck nachgearbeitet, die aber im Verlaufe der letzten Jahrzehnte wieder abgefallen/abgesplittert sind. Unter dem Stuck ist dann wieder deutlich die Sandstein Struktur zu erkennen. Ein freundlicher staatlicher Führer hat uns durch die Anlage geführt und wir konnten in Ruhe alles erkunden und Fotos machen. Der Führer machte uns auch auf die Wandmalereien aufmerksam, die noch aus der Erbauungszeit erhalten blieben.
Zum Abschluss wurde Wibke noch sehr schüchtern von einem vermutlich 12-13 jährigen Mädchen begrüßt und wir vermuten sie hat sich mit ihrem Namen vorgestellt. Freundlich unterstützt wurde sie von Ihrem Vater und nach vollbrachter Tat, rannte sie aufgeregt zum restlichen weiblichen Teil der Familie.

Kailasanatha-Tempel

Bullenstatue vor dem Tempel

Kailasanatha-Tempel

Wandmalerei

Wandmalerei

Kailasanatha-Tempel

Kailasanatha-Tempel



Die dritte große Tempelanlage der Vaigunda-Perumal-Tempel war wegen Feierlichkeiten nicht besuchbar. Navaz meinte wir hätten keine Chance auch nur in die Nähe zu kommen, da tausende von Menschen sich dort versammeln würden. So bleibt der Tempel unbesucht und wir machen uns auf den Weg die zweite Sehenswürdigkeit zu besuchen für die Kanchipuram bekannt ist. Kanchipuram ist traditionell ein Zentrum der Seidenweberei. Hier wird traditionell in Handarbeit von Sari bis Schal und Tischdecke alles gefertigt. Da haben wir uns alle reichlich mit diversen Artikeln aus Seide eingedeckt.
traditioneller Seidenwebstuhl
Danach ging es nach Mamallapuram, um das Seashell Museum zu besichtigen. Obwohl Mamallapuram in unmittelbarer Nähe (gefühlt 20km) von Kanchipuram liegt, mussten wir komplett zurück nach Chennai und dann die ECR (EastCoastRoad) wieder runter nach Mamallapuram.

Eingang SeaShell Museum
Wer den Blog aufmerksam gelesen hat, dem wird nicht entgangen sein, dass wir schon einmal hier waren, aber damals habe ich lieber Mahabalipuram geschrieben. Im SeaShell Museum haben wir dann brav unseren Eintritt inklusive Kameralizenz bezahlt. Im Museum waren dann allerdings überall Aufkleber "Fotografieren verboten". Da kam ich mir schon ein wenig veralbert vor und habe auch nur ein Foto von aussen gemacht. Das Aqua Museum war dann auch mehr als peinlich, zwei Drittel der Fläche war mit Nippes Kram und Souvenirs vollgestopft und ein kleiner Raum im Anschluß mit ein paar erbärmlichen Aquarien bestückt.
Daraufhin sind wir zu den Mahisha Mardini Caves gefahren. Dort sind wir bei unserem ersten Besuch nicht gewesen und es gab einen wundervollen Ausblick auf die Umgebung.
Mahisha Mardini Cave

Leuchtturm bei Mahisha Mardini Cave

Da es inzwischen deutlich jenseits der 36 Grad Celsius über Null war, haben wir beschlossen uns auf den Weg zum nächsten Highlight des Tages gemacht. Moonrakers in Mamallapuram, das bisher beste Fischlokal in dem ich gewesen bin.


Moonrakers - best fish ever
Wir haben uns den "Catch of the day" zeigen lassen und uns dann für Tiger Prawns in Tomatensauce und einen Pomfret (Seebrasse) nach indischem Rezept. Unfassbar viel Fisch und unfassbar lecker für schlappe 60 Euro für vier Personen.

Tiger Prawns

Pomfret (Seebarsch)

Es geht nix zurück in die Küche
 Nach dem Essen haben wir uns noch zu einem Verdauungsspaziergang am Strand aufgerafft. Die Strömung hat hier eine unglaubliche Kraft und zieht selbst dann kräftig an den Beinen, wenn man nur knöcheltief im Wasser steht.



So long,
Hermann

Strand am Moonrakers

Fischer am Moonrakers




Tag 43 - Besuch bei Prathiba und Jay

Heute hatte ich eine Einladung von einem Kollegen, ihn und seine Familie in seiner Wohnung zu besuchen. Da fühlt man sich wirklich geehrt, denn das ist nichts Alltägliches. So habe ich mich dann mal schlau gemacht und nach Mitbringseln für so eine Gelegenheit gefragt. Eine nette Kollegin brachte mich auf die Idee einen Strauß Blumen mitzunehmen.
Navaz wusste natürlich ganz genau wo es auf dem Weg Blumen zu kaufen gab. Daher war die Enttäsuchung um so größer als dann keine Blumen mehr da waren. Wir haben dann noch versucht in der Umgebung Blumen aufzutreiben, aber da war nix zu holen. Bevor ich mich noch mehr verspätete habe ich mich dann entschlossen mein Mitbringsel nachzuholen.
Bei Jay wurde ich dann erst einmal der Familie vorgestellt, seine Frau Prathiba kannte ich schon aus Deutschland und daher blieb nur der Sohn Akush. Wir haben dann eine ganze Zeit gemütlich auf dem Sofa/Sessel gesessen, Martini geschlürft und uns privat näher kennengelernt. Prathiba und Jay sind ein untypisches indisches Paar und schon sehr viel in der Welt herumgereist. Jay hat einige Jahre in der USA gearbeitet, genauer gesagt in Florida und Kalifornien. Dann war er beruflich ebenfalls in Brasilien. Dorthin hat ihn seine Familie immer begleitet. Als es dann vor einigen Jahren Richtung Deutschlang ging, hat er sich entschieden seine Familie in Indien zu lassen. Die Familie sollte nicht schon wieder entwurzelt werden. Der Sohn ging ja inzwischen schon zur Schule. Da wollte er seine Familie endlich festigen und ist alleine für gute anderthalb Jahre nach Deutschland gegangen. Seine Familie hat ihn aber oftmals besucht und sie haben sich viele Orte/Städte in Europa angeschaut.
Das Essen, was soll ich auch anderes sagen, war einfach lecker. Es gab Dal auf nordindische Art,  und frittierte gewürzte Kartoffeln, ein wenig Hühnchen, Kokosnuss Reis und eine herrliches Chutney mit dem hier so oft benutzten Paneer, eine Art Käse. Dazu gab es Porotha ohne Füllung und einen Joghurt-Rosinen-Spinat Mix, der trotz seiner auf den ersten Blick merkwürdigen Zusammenstellung sehr erfrischend war. Zum Desert gab es eine Creme mit Cashews, Mandeln und wieder Rosinen, typisch indisch sehr süß aber zum Glück nicht zu süß.
Dann haben wir uns wieder in die Sitzecke gehockt und weiter gequatscht und zum wiederholten Male in Indien war mein Tattoo ein Gesprächsthema. Aber auch diesmal schrecken die Leute zusammen, wenn ich erzähle das ich sechs Stunden am Stück beim Tätowierer gesessen habe.
Zum Abschied begleitete mich die ganze Familie zum Auto und ich bin satt und sehr zufrieden Richtung Unterkunft gefahren.

Bis bald,
Hermann


to be continued ...

Tag 38-42 - living and working

So ist das wenn der Alltag einkehrt. Eine Woche fliegt an mir vorbei und ich schaffe es nicht einmal den Blog zu aktualisieren. Allerdings ist auch nicht viel Berichtenswertes passiert. Es wird allerdings jeden Tag heißer und ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, wie das hier im Mai bei 48 Grad über Null auszuhalten sein soll. Da muss man glaube ich für dieses Klima geboren sein.
So um die Seite mal ein wenig aufzuhübschen noch einige Essensbilder und ja wir haben es getan und uns bei Dominos zwei Pizzen geordert. Kaum zu glauben, aber lecker waren sie auch noch.

Liebe Grüße,
Hermann

Mini Meal

Unglaublich aber immer noch Mini Meal

Chola Poori

Überblick mit Sambal und Varda, sowie Dosa von Wibke

Unfassbar, aber wir waren bei Dominos

Pizza Tag

Tag 37 - a day at the guesthouse

Nur ganz kurz und unkompliziert. Da Navaz heute eine größere Inspektion am Auto hat machen lassen, habe ich den Tag am Pool und im Fitnessraum und für ein wenig Fernsehen genutzt.
Ansonsten nix zu berichten.

Liebe Grüße,
Hermann

P.S.: Halt da war noch etwas. Ich war heute morgen beim Barbier und habe meinen Bart stutzen lassen. Dazu gab es eine 30 minütige Kopf- und Rückenmassage für 400 Rupien, da habe ich doch gerne auf 500 Rupien aufgerundet.

vorher

nachher

Tag 36 - San Thome Basilica and Marina Beach



Heute ging es wieder auf Erkundungstour. Auf dem Zettel standen Marina Beach und San Thome Basilica. Angefangen habe ich dann mit der San Thome Basilica oder Kathedrale. Es hat mich überrascht eine so große und wichtige Kirche in Indien zu finden. Dazu auch noch der Schrein des Apostels Thomas, der am Erbauungsort der Kirche gestorben ist.
Somit ist die Kirche nur eine von drei Kirchen weltweit die an der Grabesstätte eines Apostels erbaut wurde. Die anderen beiden Kirchen sind der St. Peters Dom in Rom und die Kathedrale Santiago de Compostela in Spanien. Solche Dinge nimmt man erst wahr, wenn man diese Orte besucht. Der Schrein des Apostels war für alle Besucher frei zugänglich und erfreute sich reger Anteilnahme. Alle Bereiche der Kirche waren frei zugänglich und überall saßen Menschen und beteten oder besannen sich in einem Augenblick der Ruhe. Über zwei Stunden habe ich mich hier aufgehalten und Ruhe und Besinnlichkeit genoßen. Immer wieder gerne, auch zu Zeiten als ich mich selbst als nicht gläubigen Menschen gesehen habe, besuche ich Kirchen. Allein wegen ihrer Architektur und der für uns nur vagen Vorstellung, wie so ein Bauwerk über Jahrzehnte und Jahrhunderte enstanden ist. Aber seltenst habe ich soviel Frieden in einer Kirche gefunden. Will jetzt auch nicht zu prosaisch werden.
Super cool die Kathedrale hat eine eigene Website und apple/android App mit Bekanntgabe der Gottesdienste und weiteren Neuigkeiten aus und um die Gemeinde.

San Thome

Inside the basilica

impressive






San Thome Basilica



Mango Baum
Auf dem Weg zum Auto habe ich dann die ersten Mangos an einem Baum direkt an der Kathedrale bestaunen dürfen. Heissa das wird ein Fest Ende März und den ganzen April. Es gibt in Indien geschätzt an die tausend verschiedene Sorten Mangos und es ist die Nationalfrucht der Inder. Einfach zu bemerken an der freudigen Erregung, wenn die Inder von der Mango Saison schwärmen.
So ging es dann weiter zum Stadtstrand Marina Beach, verschrien als dreckig und unbesuchbar. Da kann ich nur sagen, ich habe schon schlimmere Strände gesehen und gerade dieser Abschnitt war sauber und angenehm leer für einen Samstag nachmittag. Noch schnell auf den Turm nebenan, um ein paar Umgebungsfotos zu schießen und dann einfach nur am Strand liegen und faulenzen.

Marina Beach Overview
Gegen Abend, als Navaz und ich uns auf den Weg zu unserem Abendessen machten,  gelang mir noch dieser schöne Schnappschuss. Auf die Bilder des Essens verzichte ich heute mal und verabschiede mich mit einem wunderbaren Sonnenuntergang.

Bis bald,
Hermann

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Marina Beach at the evening

Tag 35 - Pelikane am Campus


Heute morgen habe ich es endlich geschafft und einmal Fotos vom See direkt nebem dem Campus gemacht. Dort sind massenhaft Pelikane und fischen den See leer. Ein ungewohntes Bild, denn alle anderen Seen, Tümpel drumherum sind wenig bis gar keine Vögel und Pelikane gibt es nur auf dem See bei uns am Campus. Dann erzählte mir Navaz, dass alle anderen Tümpel/Seen im Sommer komplett austrocknen. Kaum zu glauben, dann wird auch das Trinkwasser richtig knapp.

Abends mussten wir dann noch Früchte kaufen und da habe ich die Gelegenheit genutzt und ein paar Fotos gemacht. Direkt daneben ist ein Punjab Restaurant mit guter vegetarischer nordindischer Küche. Streetfood halt und super günstig und lecker. Daneben dann direkt der DVD Laden, alle aktuellen Kinofilme und sonstige Blockbuster aus dem In- und Ausland für 40 Rupien (47 Cent) in unterschiedlichster Qualität. Davon dann aber bitte keinen mit nach Deutschland nehmen, da kann der Zoll dann schon mal komisch werden.